2025 jährte sich die Ankunft von 14 Schweizer Familien in Brandenburg zum 340. Mal. Sie kamen auf dem Wasserweg, zunächst den Rhein abwärts, in die Nordsee, dann die Elbe hinauf bis Havelberg, von dort über die Havel nach Nattwerder. Der Überlieferung nach landeten sie da, wo jetzt die Fußgänger- und Fahrradbrücke steht, die Einhaus mit Töplitz verbindet. Das war keine leichte Reise, wahrscheinlich waren sie in der Schweiz sehr arm gewesen und hofften nun auf ein besseres Leben, das ihnen der große Kurfürst versprochen hatte. Er hatte sie, wie danach weitere Menschen aus der Schweiz, aus Frankreich (Hugenotten), Holland und Belgien, angeworben, um das nach dem 30jährigen Krieg entvölkerte Brandenburg wieder aufzubauen. Für die einheimische Bevölkerung waren sie Fremde.
Zusammen mit der Gemeinde Thierachern in der Schweiz wollten wir an das Ereignis erinnern. Eine dauerhafte Erinnerung daran soll ein Gedenkstein sein, den wir in der Nähe der Brücke aufstellen ließen. Dieser Findling wurde bei Bauarbeiten in Thierachern ausgegraben und vom Verein Thierachern zu uns geschickt. Er ist also ein echter Schweizer! Er erhielt eine Tafel mit der Aufschrift:
Hier landeten am 18. Juni 1685 nach sechswöchiger Schiffsreise 14 reformierte Schweizer Familien, die Kurfürst Friedrich Wilhelm über Schultheiß und Rat von Bern als Kolonisten für die Urbarmachung des Golmer Bruchs angeworben hatte.
Dieser Stein wurde am 20. Juni 2025, zum 340. Jahrestag der Anlandung der Schweizer, feierlich enthüllt.
Dieses Projekt, das wir sehr engagiert betrieben haben, ermöglichte es uns eine wunderbare Zusammenarbeit über die Grenzen in Europa hinweg durchzuführen. Es ist uns als Verein Schweizer Kolonistendorf Nattwerder wichtig, an frühere gelungene Einwanderungen zu erinnern.